Natürliche Reinigungsmittel: Nutzen, Grenzen und sichere Anwendung

Essig, Natron und Schmierseife auf einer Arbeitsfläche

Essig, Natron, Schmierseife, Zitrone und Waschsoda können bei einzelnen Reinigungsaufgaben hilfreich sein. Universell einsetzbar oder automatisch ungefährlich sind sie nicht. Entscheidend sind die genaue Zusammensetzung, die Dosierung, die Oberfläche und die Anwendung.

Lesen Sie deshalb zuerst das Etikett, beachten Sie die Pflegehinweise der Oberfläche oder des Geräts und testen Sie das Mittel an einer unauffälligen Stelle. Dieser Ratgeber gibt Ihnen eine vorsichtige Orientierung. Er ersetzt weder Herstellerangaben noch ein zugelassenes Mittel, wenn eine echte Desinfektion erforderlich ist.

Was Sie vor dem Putzen prüfen sollten

Die Bezeichnung „natürlich“ sagt nichts darüber aus, ob ein Mittel zu einer Arbeitsplatte, einer Fuge, einem Holzboden oder einem Metallteil passt. Säure kann mineralische Oberflächen angreifen, Pulver kann Glanzflächen mattieren und ein zu hoch dosiertes Mittel kann Rückstände hinterlassen oder die Haut reizen. Fragen Sie deshalb nicht nur, ob ein Produkt natürlich ist, sondern ob es für genau diese Oberfläche und Aufgabe geeignet ist.

Bewahren Sie das Mittel in der Originalverpackung auf, halten Sie sich an die Dosierung und lüften Sie während der Arbeit. Untersagt die Anleitung eines Geräts Essig oder verlangt sie ein bestimmtes Pflegemittel, gilt diese Vorgabe. Wenn das Etikett es zulässt, tragen Sie Sprühreiniger auf ein Tuch statt in die Raumluft auf. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Artikel zum richtigen Lüften.

Fünf Produkte mit unterschiedlichen Eigenschaften

Weißer Essig: bei bestimmten Kalkablagerungen hilfreich

Essig ist sauer und kann auf einer geeigneten Oberfläche leichte mineralische Ablagerungen lösen. Er ist jedoch kein zugelassenes Desinfektionsmittel. Laborergebnisse mit Essigsäure in einer bestimmten Konzentration und Einwirkzeit lassen sich nicht als allgemeine Anweisung für jeden Haushaltsessig übernehmen.

Auf Marmor, Travertin oder anderem Kalkstein darf Essig nicht verwendet werden. Prüfen Sie bei Armaturen, Fugen und Geräten stets die Anleitung, denn manche Hersteller raten auch von verdünnten Säuren ab.

Natron: sanftes Scheuermittel und Geruchsneutralisierer

Natron ist ein leicht scheuerndes Pulver. Es kann bei manchen Verschmutzungen oder als Geruchsabsorber in einem offenen Gefäß helfen, eine glänzende Oberfläche aber auch mattieren oder fein zerkratzen. Testen Sie es an einer unauffälligen Stelle. Auf Textilien oder in Geräten sollte es nur verwendet werden, wenn die Pflegehinweise dies erlauben.

Zusammen mit Essig schäumt Natron. Dadurch entsteht jedoch kein Universalreiniger. In einem geschlossenen Behälter kann sich Druck aufbauen; setzen und lagern Sie diese Mischung deshalb niemals in einer verschlossenen Flasche an.

Schmierseife: der vielseitige Fettlöser

Die Zusammensetzung von Schmierseife unterscheidet sich je nach Marke. Richtig dosiert und abgespült kann sie für manche abwaschbaren Flächen geeignet sein. Eine zu hohe Konzentration kann einen Film hinterlassen. Prüfen Sie bei Parkett, behandeltem Stein und Arbeitsplatten zuerst die Pflegehinweise der jeweiligen Oberfläche.

Zitrone: eine Säure, kein Haushaltsdesinfektionsmittel

Zitronensaft enthält Zitronensäure. Sie kann auf geeigneten Flächen bestimmte Ablagerungen lösen, ist aber kein zugelassenes Desinfektionsmittel. Die Säure kann Naturstein, manche Metalle, Fugen und empfindliche Beschichtungen angreifen. Ein frischer Geruch ist kein Nachweis für eine Desinfektion.

Waschsoda: für hartnäckige Flecken

Waschsoda ist nicht mit Natron gleichzusetzen. Es ist stärker alkalisch und kann reizen. Beachten Sie auf dem Etikett die Dosierung, die verlangte Schutzausrüstung und die freigegebenen Oberflächen. Bewahren Sie es außerhalb der Reichweite von Kindern auf und mischen Sie es nicht mit anderen Reinigern.

Nach Aufgabe und Oberfläche auswählen

Bei Kalkablagerungen

Bestimmen Sie zuerst das Material. Auf einer säurebeständigen Oberfläche kann ein saures Mittel helfen, sofern die Pflegehinweise es erlauben. Bei Naturstein, empfindlichen Fugen, dekorativen Beschichtungen und Geräten gilt ausschließlich die vom Hersteller vorgesehene Methode. Verlängern Sie die Einwirkzeit nicht auf Verdacht und spülen Sie nach, wenn das Etikett dies verlangt.

Bei Fett

Beginnen Sie mit einem für die Oberfläche geeigneten Mittel und der niedrigsten angegebenen Dosierung. Schmierseife kann in manchen Fällen passen, Waschsoda erfordert mehr Vorsicht. Bei Backofen, Dunstabzugshaube und anderen Geräten schützt ein Blick in die Anleitung Beschichtungen, Aluminiumteile und empfindliche Bauteile.

Bei Gerüchen

Eine Geruchsquelle kann in Abfällen, anhaltender Feuchtigkeit, einem Abfluss, einem Textil oder einem Gerät liegen. Entfernen Sie zuerst die Ursache und lüften Sie. Natron kann in einer einfachen Anwendung manche Gerüche aufnehmen, behebt aber weder ein Leck noch Schimmel oder eine unzureichende Lüftung.

Bei Böden, Glas und Arbeitsflächen

Eine einzige Rezeptur passt nicht zu jedem Boden und jedem Glas. Geöltes Parkett, Naturstein, Laminat, Bildschirme und beschichtetes Glas haben unterschiedliche Pflegeanforderungen. Verwenden Sie wenig Produkt, beachten Sie die Anleitung und testen Sie an einer unauffälligen Stelle. Bei Flächen mit Lebensmittelkontakt gelten zusätzlich die Hinweise zum Nachspülen auf dem Etikett.

Fehler und Gefahren, die Sie kennen sollten

Kombinieren Sie Reinigungsmittel nicht, um ihre Wirkung vermeintlich zu verstärken. Reaktionen können unsichtbar bleiben und trotzdem giftige Gase, Spritzer oder Materialschäden verursachen.

Füllen Sie Reinigungsmittel nie in Getränkeflaschen um und entfernen Sie das Etikett nicht. Mischen Sie auch Chlorbleiche und Ammoniak nicht miteinander. Zwei Reiniger dürfen nur kombiniert werden, wenn das Etikett dies ausdrücklich vorsieht. Halten Sie alle Mittel von Kindern und Haustieren fern.

Bei Naturstein, lackierten Flächen, Metall, Fugen und Textilien ist ein unauffälliger Test besonders wichtig. Tragen Sie die auf dem Etikett verlangte Schutzausrüstung. Auch ein Lebensmittel oder ein als natürlich beworbenes Mittel kann Augen, Haut und Materialien schädigen.

Übersichtstabelle: Anwendung und Vorsicht

Produkt Mögliche Anwendung Vorher prüfen
Weißer EssigBestimmte KalkablagerungenSäurefeste Fläche; nie mit Chlorbleiche
NatronManche Verschmutzungen und GerücheRisiko feiner Kratzer; unauffällig testen
SchmierseifePflege abwaschbarer OberflächenDosierung, Nachspülen und Beschichtung
ZitroneBestimmte AblagerungenSäure; kein zugelassenes Desinfektionsmittel
WaschsodaManche hartnäckigen FetteEtikett, Schutzausrüstung und Material

Wann fachlicher Rat sinnvoll ist

Alte Flecken, unbekannte Materialien, Naturstein, Textilien und Geräte erfordern mehr Vorsicht als eine gewöhnliche abwaschbare Oberfläche. Beachten Sie Etikett und Herstellerhinweise. Brechen Sie einen Versuch im Zweifel ab, bevor Sie das Mittel großflächig auftragen, und fragen Sie einen für das Material geeigneten Fachbetrieb.

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